FAQ

Was bedeutet Inklusion?

Inklusion bedeutet die Gleichstellung von Menschen mit physischer und psychischer Beeinträchtigung und chronischer Erkrankung. Die Inklusion schafft für ihre Situation ein Bewusstsein und Verständnis in der Gesellschaft und hilft ihnen u.a. in Beruf und Ausbildung dieselben Chancen zu haben wie sie Menschen ohne Einschränkung haben.

Gibt es dafür eine gesetzliche Regelung?

Ja, seit 2002 gibt es das sogenannte Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Es regelt die Gleichstellung physisch und psychisch Beeinträchtigter und chronisch Kranker in Studium, Beruf und öffentlichen Leben. Genaueres zum BGG findet man unter diesem Link.

Warum muss man sich extra dafür einsetzen?

Auch wenn es heute verschiedene gesetzliche Regelungen gibt um die Gleichstellung von Menschen mit physischer und psychischer Beeinträchtigung und chronischer Erkrankung zu regeln gibt es noch immer einige Punkte die Inklusion in der Praxis erschweren. Zum einen gibt es noch immer sehr viele Betroffene, die nicht zu ihren Problemen stehen. In Deutschland gibt es rund 7,3 Millionen Menschen mit physischer und psychischer Beeinträchtigung und chronischer Erkrankung doch wird von einer Dunkelziffer ausgegangen, die weitaus größer ist, da nur wenige offen zu ihrer Situation stehen. Hinzu kommt, dass es heute zwar an den meisten Universitäten Behindertenbeauftragte gibt, die sich um die Belange der Studierenden mit Einschränkung kümmern, allerdings sind diese Stellen meist unterbesetzt und der Beauftragte kann sich kaum um die Belange aller Studierenden kümmern. Das größte Problem besteht aber in der mangelnder Einsicht bei den Dozenten und anderen Teilen der Bevölkerung. Viele Dozenten sind noch immer der Meinung, dass Studierende mit psychischer oder physischer Beeinträchtigung später im Berufsleben keine Chance haben werden und deshalb gar nicht erst studieren sollten und helfen ihnen nur widerwillig ihre Studienbedingungen an ihre Einschränkungen anzupassen.

Woher weiß ich ob ich betroffen bin?

Das kann man so natürlich nicht sagen, gerade wenn es um psychische Probleme geht. Aber wenn man merkt, dass man mit den Belastungen in der Uni überfordert ist und der Stress einen krank macht sollte man zum Arzt gehen oder das Angebot des Studentenwerks zur psychosozialen Beratung in Anspruch nehmen um sich über seine Lage klar zu werden.

Was soll „mit physischer und psychischer Beeinträchtigung“ und „chronischer Erkrankung“ bedeuten?

Mit „physischer und psychischer Beeinträchtigung“ ist gemeint, was man gemeinhin als „behindert“ oder „psychisch krank“ kennt. Leider sind diese Begriffe heutzutage jedoch oft sehr negativ behaftet. Deshalb bemühen wir uns um eine neutrale Ausdrucksweise. Eine chronische Erkrankung ist eine Erkrankung wegen der man sich seit mindestens einem Jahr in Behandlung befindet oder bei der von vornherein klar ist, dass sie für diesen Mindestzeitraum in Behandlung sein werden. Beispiele wären hier Asthma (physisch) oder Autismus (psychisch).

Welche Leistungen stehen mir zu?

Auch das lässt sich nicht pauschal beantworten und hängt ganz von der Art eurer Einschränkung ab. Beispiele wären jedoch Lesehilfen, Jemand der für euch in den Vorlesungen mitschreibt, mehr Zeit für eure Klausuren oder mündliche statt schriftliche Prüfungen. Auch finanzielle Unterstützungen könnt ihr in Anspruch nehmen. Wem welche Maßnahme wirklich hilft ist oft nicht ganz klar. Zusammen mit dem Behindertenbeauftragten der Uni und den Dozenten kann aber eine Ausgleichsmöglichkeit gefunden werden die zu einem passt.

Was muss ich tun wenn ich einen Nachteilsausgleich beantragen will?

In der Regel ist es zunächst einmal notwendig, dass ihr einen Attest oder einen anderen Beleg vom Arzt habt, der eure Einschränkung bestätigt. In dem Attest sollte der Arzt auf jeden Fall reinschreiben  seit wann man krank ist, welche Auswirkungen die Erkrankung auf das Studium hat und was er deshalb als Ausgleich empfiehlt. Damit kann man dann zum Mitarbeiter des Behindertenbeauftragten gehen und welcher dann die nötigen Anträge an die Uni zu stellen.